Tipps und Tricks für Australien-Reisende und Backpacker

Zwar bin ich nicht wirklich zum Backpacking nach Australien gegangen, aber dennoch habe ich mit meiner Freundin die meiste Zeit in Hostels verbracht und gesehen was hier zu beachten ist bzw. was hier fehlt. Daher diese kleine Zusammenfassung aller Tipps und Tricks die mir zu diesem Thema eingefallen ist. Da ich selbst nicht im Outback war (außer Yulara (am Uluru), aber das zählt ja nicht), kann ich nichts zum Outback sagen. Aber dennoch hoffe ich, dass es bei der Reiseplanung hilfreich ist und würde mich über Feedback sehr freuen :-)

Weitere Infos über Australien habe ich unter der Kategorie „Australien” niedergeschrieben. Details zu unserer Reise befinden sich unter Reisen->Australien und im Reiselogbuch-Australien.

Übernachten in Hostels ist mitunter die günstigste Variante, aber wer sich dafür entscheidet in Hostels zu übernachten, sollte sich auf einiges vorbereiten. So z.B. sind dreckige Bäder und Küchen (dreckiger als jegliche Vorstellung!), diverse Käfer von groß bis klein (Bugs), Ameisen, Spinnen, laute Umgebung bzw. Mitbewohner, die es nicht wissen sich zu benehmen, inkompetentes Personal, etc. mehr oder weniger fast überall vertreten. Daher empfehle ich sich entsprechend darauf vorzubereiten. Wer das nicht abkann, sollte auf Hotels umsteigen.

Buchung von Hostels über Hostelworld.com ist einfach und übersichtlich, hat aber Nachteile. Wie es uns passiert ist hätten wie in Sydney insgesamt 2 Gratisnächte bekommen, wenn wir direkt gebucht hätten. Spezielle Angebote der Hostels sind über Hostelworld nicht zu sehen. Auch ist die Datenbank von Hostelworld nicht immer aktuell. So z.B. wurde uns online angezeigt, dass über Weihnachten kein Doppelzimmer mehr auf Magnetic Island frei ist. Daher haben wir ein Twin-Room gebucht. Als wir hier aber angekommen sind, erhielten wir nur ein müdes Lächeln zum Thema Hostelworld und so konnten wir die ganze Zeit über in einem Doppelzimmer bleiben. Auch ist der direkte Weg zu suchen wenn man etwas länger als ein paar Tage bleiben möchte. So kann man eventelle Vorteile heraushandeln, wie z.B. Gratis-Internet oder Frühstück und Lunch. Daher kann ich Hostelworld.com zum Informationszwecke empfehlen, aber fürs Buchen würde ich den direkten Weg empfehlen.

Infos zum Airport-Transfer holt man sich am besten über Hostelworld (Infos stehen meist dort) oder direkt über die Hostel-Webseite. Manche Hostels bieten sogar kostenlos Airport-Transfer an. Hierzu bieten manche Hostels sog.Toll-Free Telefonnummern (beginnen mit 1800), die man also kostenlos anrufen kann, was praktisch ist, wenn man mit dem Flieger gerade angekommen ist und keine Münzen parat hat.

Viele Hostels bieten Free Breakfast an. Dieses Frühstück darf man jedoch nicht mit einem ausgeprägten deutschen Frühstück vergleichen. Die Aussies nennen dies „Continental Breakfast”, das aus Toasts besteht (die man selbst toasten muss), Marmelade und/oder Erdnussbutter. Da die (meist) noch jungen Menschen (Backpacker) nicht wissen, wie man Marmelade aufs Toastbrot schmiert, findet man entsprechend viele Krümmel im Marmeladenglas rumliegen, was den Appetit schnell vergehen lässt. Manche Hostels bieten anstatt dessen Pfannkuchen zum Frühstück an.

Auf sein Startbudget in Australien sollte man noch den Schlüsselpfand (Key-Deposit) einplanen, damit das Startgeld auch fürs Essen reicht. Je nach Hostel kann das bis zu 20A$ sein.

Zwar versteht man unter dem klassischen Backpacking das Reisen mit einem Rucksack, aber ich würde anstatt dem Riesenrucksack einen Trolley-Koffer mit Hardcover und dazu einen kleineren Rucksack empfehlen. Dies ist nicht nur leichter zum Transportieren (man braucht den Trolley ja nur zu ziehen), sondern hat auch zwei weitere Vorteile:

- Flaschen und andere Behälter werden beim Transport nicht beschädigt

- Auch wenn der Trolley nass wird, bleiben die Sachen innen trocken

Letzteres ist uns an einigen Flughäfen passiert. Das Gepäck kam recht nass an (weiß der Teufel was die damit gemacht haben), was viele geärgert hatte. Unsere Hardcover-Koffer trockneten aber schnell vom Wasser und alles im Innenbereich ist sauber und trocken geblieben. Den Rucksack kann man für Ausflüge oder Einkaufen gut benutzen.

Fürs Übernachten in Hostels kann ich Ohrstöpsel sehr empfehlen. Einige Hostels sind sehr laut (so z.B. The Ritz in Melbourne, das direkt über einer Kneipe ist) und können nicht für Schlaf garantieren.

Bewertungen der Hostels (z.B. auf Hostelworld.com) anderer Backpacker stimmen meist mit der Realität überein. Daher empfehle ich die Buchung entsprechend der Kommentaren zu machen bzw. man sollte sich darauf einstellen was dort drin steht.

In Australien sollte man immer dafür sorgen, dass man genügend Sunscreen (Sonnenkreme) mithat. Auch wenns bewölkt ist sollte man Hut und Sonnenbrille tragen und sich mit Sonnenkreme einschmieren, denn sonst holt man sich schnell einen Sonnenbrand. Sonnenkreme empfehle ich aber vor Ort zu kaufen, da diese um einiges besser ist als unsere in Europa.

Handtücher werden nicht überall angeboten, manchmal gegen eine Pfand, manchmal kostenlos; daher sollte man min. 2 Handtücher mitnehmen.

Sorgfältig planen sollte man seine Reise auf jeden Fall. Ich empfehle viel über den Zielort von unterschiedlichen Quellen zu lesen und entsprechend die Reiseplanung detailliert erstellen. Auch sollte man die Entfernungen in Australien nicht unterschätzen und mit Jetlags oder Reise-Lags rechnen, d.h.viel Zeit für Pausen bzw. fürs Ausschlafen einplanen. Sonst kann man die Reise nicht wirklich genießen.

Die Australier sprechen zwar Englisch, aber das heißt noch lange nicht, dass man sie auch versteht. Auch für jemanden, der sehr gut Englisch kann, kann es für ihn enttäuschend sein mit denen zu kommunizieren, da in Australien viele unterschiedliche Dialekte gesprochen werden.

Fürs Ausleihen von Autos benötigt man, zwar nicht überall, aber meistens einen internationalen Führerschein. Diesen kann man sich von jeder Führerscheinstelle für etwa 20€ bis 25€ ausstellen lassen (Foto und Führerschein nicht vergessen!)

Eine Auslandskrankenversicherung muss jeder haben. Als Beispiel kann man sich z.B. die „Euro<26″-Karte holen mit der Police „World”. Möchte man einen Arzt sehen, so muss man damit rechnen, dass man seine Rechnung gleich bar bezahlen muss. Das Geld kann man sich dann von der Versicherung wieder rückerstatten lassen. Daher sollte man genügend verfügbares Kapital hierfür haben.

Zwar hatten wir damit keine Probleme, aber man sollte sicher gehen und sich eine medizinische Bescheinigung über chronische Krankheiten und entsprechende Medikamente vom Arzt ausstellen lassen, die man mitführen möchte. Ggf. könnte es damit am Flughafen (Zoll) Probleme geben.

Essen (Kost) ist in Australien ist sehr teuer. Speziell für Deutsche dürften die Preise für Lebensmittel schockierend sein. Als Beispiel mal hier aufgezählt:

  • Joghurt 2,20A$ (~1,30€)
  • Brot 4,00A$ (2,40$)
  • 1l Milch 2,00A$ (1,20€)

Auch kosten Mahlzeiten in Bars meist etwa 10A$ plus Getränke. Getränke z.B. Cola gibts meist ab 3A$, Bier ab 5A$. Daher nicht vergessen entsprechend viel Budget fürs Essen einzuplanen!

No BYO (Bring-Your-Own); in manchen Hostels und auf deren Anlagen darf man keinen „eigenen” Alkohol konsumieren. Die Hostels haben dann meistens eine eigene Bar wo man Bier etc. kaufen kann.

Möchte jemand für länger als eine Woche in einem Hostel bleiben, so empfehle ich nicht nur die direkte Buchung über das Hostel, sondern auch den direkten Kontakt (am besten telefonisch) zwecks Verhandlung über eine Ermäßigung oder zusätzliche Angebote, z.B. gratis Internet, grasit Essen oder Sonstiges.

Die meisten Hostels bieten kostenlos Bettwäsche (engl.: Linen) an, daher muss man keine selbst mitbringen. Was aber dringend zu empfehlen ist eine eigene Decke. Zwar ist meistens auch eine Decke mit dabei, aber diese sind teils als „sehr ekelig” zu bezeichnen. Wir haben dünne Polyesterdecken mitgenommen, die man problemlos in den Koffer packen kann. Da wir im Sommer unterwegs waren, haben die Decken mehr als gereicht. Wie es in den Wintermonaten ist, weiß ich leider nicht. Ich denke aber, dass man sich dann zusätzlich mir den angebotenen Decken zudecken kann.

Internetzugang ist in Australien generell recht teuer. Ob in Sydney oder Hobart (Tasmanien), bis zu 14$ pro Stunde Onlinezugang wird verlangt. Dazu kann man nur selten seinen eigenen Laptop benutzen, da es kaum WLAN oder einen LAN-Anschluss gibt. Die zur Verfügung gestellten PCs sind manchmal sogar vor der Funktionalität her sehr eingeschränkt, so dass man z.B. nur Online gehen kann, aber kein Dateidownload durchführen kann. Auch ist der Upload vom USB-Stick teilweise nicht möglich. Ich empfehle daher nicht unbedingt seinen eigenen Laptop mitzunehmen, der auch noch zusätzlicher Ballast ist und ein Klaurisiko besteht.

Wäsche waschen ist in vielen Hostels möglich. Darüber empfehle ich aber sich früh genug zu informieren, damit keine Überraschung entsteht und man „dreckig” rumlaufen muss. Nach meiner Erfahrung kostet eine Ladung Wäsche waschen 3A$ bis 6A$ inkl. Trockner. Waschpulver und Weichspüler muss man zusätzlich kaufen und wird von manchen Hostels für je 1A$ angeboten.

Wie viele Klamotten man mitnehmen sollte ist natürlich nicht so einfach zu sagen. Es hängt immer davon ab was man in Australien machen möchte und wann man hinfährt. Wir sind in den Sommermonaten gefahren und haben für 7 Tage eingepackt. Jetzt nach der Reise muss ich sagen, dass wir viel zu viel mit uns hatten. Es reichen 4 T-Shirts und/oder Hemden, 2 kurze Hosen und Unterwäsche für 7 Tage. Eine Jeans und ein Pullover ist auch jedem zu raten. Ist man nicht im Outback unterwegs, so braucht man auch keine Socken; gute Sandalen reichen völlig aus. Im Outback hingegen braucht man gute (Leder-)Schuhe, die bis zu den Knöcheln gehen und Socken; so wie die Aussies auch rumlaufen. Egal was man mitnehmen möchte, es sollten auf jeden Fall keine guten Klamotten sein, denn anschließend ärgert man sich, wenn man sie mit den australischen Waschmaschinen gewaschen hat. Möchte man in Australien arbeiten, so braucht man natürlich Arbeitskleidung. Hierzu habe ich jedoch keine Erfahrungen gemacht.

Essen kochen ist in den Hostel-Küchen zwar möglich, aber es mit „sehr unsauberen” Küchen zu rechnen, was auch noch harmlos ausgedrückt ist. Generell muss man jedes Geschirr vor dem Benutzen nochmals abwaschen, denn die jungen Backpackers, die gerade aus dem Elternhaus raus sind, können das noch nicht richtig. Auch ist in vielen Küchen mit wenig Besteck und Geschirr zu rechnen, so dass ich eigenes Geschirr und Besteck empfehlen kann. Um Ballast möglichst niedrig zu halten, empfehle ich Kunststoffgeschirr. So erspart man sich viel Ärger beim Kochen und Essen.

Generell sind in Küchen enthalten: Toaster, Mikrowelle, Herd (Gas oder Elektro), Kühlschrank, Wasserkocher. Manche Hostels bieten sogar kostenlos Tee und Kaffee an.

Reisen mit dem Flugzeug ist generell teurer als mit einem Bus oder Zug, aber wenn man früh genug bucht (2 bis 3 Monate vorher), dann kann es doch günstiger werden. Auch hat es den Vorteil, dass man um einiges schneller am Zielort ankommt, was bei den Entfernung in Down-Under nicht zu unterschätzen ist. Generell gilt die Faustformel 1Tag/1000km, wenn man mit dem Bus/Zug unterwegs ist. Im Outback 2 bis 3mal so viel oder noch länger. Mit dem Flugzeug braucht man etwa 1,5h/1000km plus etwa 1,5h fürs Check-In/Out. Es steht aber ohne Frage, dass man beim Reisen über Land mehr sieht, unterschiedliche Leute trifft und zusätzliche Erfahrungen macht.

Badelatschen nicht vergessen! So essentiell sie auch sind, so wichtig sind sie auch. Die meisten Bäder sind eine Schleuder von unterschiedlichen Bakterien, denn wo Menschen aus der ganzen Welt duschen, sind auch Bakterien aus der ganzen Welt.

~ von D! am Januar 13, 2008.

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